Bei diesem Thema werden bestimmt viele zunächst angewidert das Gesicht verziehen. So ähnlich habe ich auch reagiert, als mein Partner mit dem Wunsch kam, eine Ratte zu halten. Allerdings begriff ich schnell, dass Hausratten mit den wildlebenden Kanalratten nicht viel gemein haben. Hausratten sind sehr niedliche, liebe und intelligente Tierchen.
Also wurde Mathilde unser Mitbewohner. Sie fühlte sich wohl, allerdings wunderte uns, dass sie doch recht schnell zunahm. Bis eines Tages ein ungewohntes Gequieke aus ihrem Käfig drang: aus der einen Ratte waren 8 geworden! 7 winzige, rosige, nackte Rattenbabies hatte sie zur Welt gebracht! Und Mathilde und wir brachten sie mit vereinten Kräften alle durch. Natürlich konnten wir sie nicht alle behalten, 5 brachten wir in die Zoohandlung zurück. Nur die beiden Töchter Else und Berta blieben bei ihrer Mama.
Else war nicht nur die zutraulichste und stärkste, sondern auch das Oberhaupt des kleinen Rattenclans. Ihr Verteidungs- und sogar Angriffsgebaren, wenn Lucky sich dem Käfig näherte, war sehenswert und sehr mutig.
Leider war es ausgerechnet die tapfere, starke Else, die als erste von der Krankheit befallen wurde, die alle Hausratten in sich tragen: Krebs. Wir mussten sie einschläfern lassen und Mathilde folgte ihr einige Monate später. Berta blieb zwar vom Krebs verschont, wurde aber trotzdem krank und starb kurz nach Mathilde.
Da es sehr bedrückend ist, zuzusehen, wie sich ein liebgewonnenes Tier am Ende so quält, beschlossen wir, keine neuen Ratten zu holen.